Sicherheit oder Sackgasse? 2-Faktor-Authentifizierung der Bahn unter der Lupe
Die Deutsche Bahn setzt auf die Sicherheit von 2-Faktor-Authentifizierung (2FA), doch es scheint, dass es dabei einige Unannehmlichkeiten für die Nutzer gibt. In diesem Artikel werfe ich einen kritischen Blick auf die Herausforderungen und schlage mögliche Verbesserungen vor.
Die Deutsche Bahn ermöglicht die Nutzung von SMS-Codes oder Authentifikator-Apps für die 2FA. Allerdings gibt es während und nach der Einrichtung einige Fallstricke. Eine besonders kritische Situation entsteht, wenn der Zugang über die Authentifikator-App verloren geht. Ich würde mir wünschen, dass die Bahn eine Möglichkeit zur Sicherung und Wiederherstellung anbietet für die man keine Hotline bemühen muss.
Fehlende Backup-Codes
Ein großes Manko scheint mir die fehlende Möglichkeit zu sein, Backup-Codes herunterzuladen. Backup-Codes sind entscheidend, besonders wenn der Zugang über die Hauptmethode verloren geht. Es sind vorab generierte Codes, die du sicher aufbewahren kannst. Im Falle, dass du keinen Zugriff auf deine Haupt-2FA-Methode (z.B., wenn du dein Handy verlierst oder die Authentifikator-App nicht funktioniert) hast, kannst du diese Backup-Codes verwenden, um dich dennoch anzumelden.

Begrenzte Möglichkeiten nach Einrichtung
Nach erfolgreicher Einrichtung einer der beiden Methoden ist es scheinbar nicht möglich, eine zweite Methode hinzuzufügen. Auf Grund der fehlenden Backup-Codes wäre das eine gute Möglichkeit den Zugriff auf sein Konto sicherstellen zu können. Hilft die Bahn dir im Worst-Case wenigstens mit guten Hilfetexten weiter?
Fehlermeldungen und Support
Wenn man dann doch keinen Zugriff auf seinen zweiten Faktor mehr hat, steht man erst einmal alleine da. Die Login-Maske fordert stur die Eingabe des 2-Faktor-Codes. Gibt man einen falschen ein, erscheint lediglich „Ungültiger Authentifizierungscode“. Der Link „Login-Daten vergessen?“ ist nach Eingabe des Passworts bereits verschwunden – und würde auch nicht weiterhelfen. Zum Glück gibt es ein FAQ zur 2-Faktor-Authentifizierung. Die muss man aber erst einmal finden. Zum Glück erscheinen die relevanten Fragen aber auch dann, wenn man „2-Faktor“ in das Suchfeld der allgemeinen „Hilfe & Kontakt“-Seite für Privatkunden eintippt.
FAQ
Die FAQ spricht in der relevanten Hilfe-Seite zwar nur davon, was man bei verlorenem Zugriff auf SMS-Codes tun kann. Ich gehe aber davon aus, dass die Antwort bei Nutzung einer Authentifikator-App die gleiche wäre: „Bitte kontaktieren Sie unser Service-Team unter 030 2970.“ Dauer der Bearbeitungszeit: Bis zu einer Woche!

Insbesondere die Dauer für die Rücksetzung der 2FA könnte für viele Kunden problematisch sein. Hier muss die Deutsche Bahn die Prozesse optimieren, um eine schnellere Unterstützung zu gewährleisten. Ist man auf Reisen unterwegs und hat sein Ticket nur in der App dabei, verliert aber – aus welchen Gründen auch immer – den Zugriff auf sein Bahn-Konto, wird man im Zweifelsfall ein zweites Ticket kaufen müssen.
Mein Fazit
Insgesamt gibt es großen Raum für Verbesserungen bei der 2FA der Deutschen Bahn. Eine erhöhte Flexibilität bei der Einrichtung durch die Möglichkeit der Einrichtung mehrer 2Fa-Methoden, klare Anweisungen bei Problemen und eine schnellere Unterstützung durch den Kundenservice könnten die Nutzererfahrung erheblich verbessern. Und die Deutsche Bahn würde davon auch profitieren: Durch eine Entlastung ihrer Support-Hotline. Aktuell kann ich die Einrichtung der 2-Faktor-Authentifizierung bei der Deutschen Bahn nur bedingt empfehlen.
Kommentare
Es gibt noch keinen Kommentar zu diesem Beitrag.