Vergiss es!

In Zeiten fast unbegrenzten Speicherplatzes für E-Mails, Fotos, Messenger-Nachrichten und Co tendieren wir immer mehr dazu, alles zu speichern, was irgendwie geht. Experten fordern von Unternehmen das Prinzip der Datensparsamkeit. Fangen wir doch einmal bei uns selbst damit an!

E-Mail

Mein erstes E-Mail-Postfach habe ich irgendwann als Jugendlicher auf den Tipp meiner Schwestern bei web.de angelegt. Wie viel Speicherplatz es damals gab, kann ich gar nicht mehr sagen. Alte web.de-Nutzer mussten aber lange Zeit mit 12 MB klarkommen und vor über 15 Jahren war es sicherlich noch weniger.

Man kam nicht darumherum alte E-Mails zu löschen. Ansonsten kam es (und dazu kam es öfter) dazu, dass E-Mails an den Absender mit der Meldung „Postfach voll“ zurückgingen. Heute passiert das so schnell nicht mehr. Google bietet bei seinem Postfach bis zu 15 GB Speicherplatz, Posteo hat 2 GB im Angebote und auch web.de hat auf 2 GB aufgestockt.

Vielen Leuten (und so auch mir) ist das Löschen von E-Mails lästig und lassen es dann einfach sein, denn es ist ja Platz genug. Das bleibt aber nicht ohne negative Folgen: Bei einem Einbruch in das Mailpostfach hat der Angreifer Zugriff auch auf private Nachrichten, die schon uralt sind, deren Inhalt aber noch unangenehme Folgen haben kann.

Wenn du alte Nachrichten nicht einfach löschen möchtest und du einen lokalen Mail-Client wie Mozilla Thunderbird nutzt, kannst du mit einem kleinen AddOn automatisiert alte E-Mails aus der Cloud holen. Awesome Auto Archive bietet einem die Möglichkeit E-Mails nach selbst definierbaren Regeln zu archivieren. Gibt man hier einen lokalen Ordner an, dann verschwinden alte Nachrichten automatisch vom Server des Mail-Anbieters, aber bleiben lokal auf dem Rechner vorhanden (Backups nicht vergessen, wenn euch der Inhalt dieser Mails wirklich wichtig ist!).

Messenger-Dienste

Auch Messenger-Dienste häufen über die Zeit viele Daten an. Darüberhinaus werden immer noch viele Android-Smartphones nur über kurze Zeit mit Updates versorgt. Das Risiko sich Schadsoftware einzufangen, ist also durchaus gegeben.

WhatsApp

Leute, ich hab keine Ahnung von WhatsApp. Ich habe die App vor vielen Jahren schon von meinem Smartphone geworfen und auch nicht wieder installiert, als die durchaus gute Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt wurde. Ich habe es nicht bereut, als Facebook schließlich nach dem Messenger griff.

Erstaunlicherweise habe ich bei ein wenig Recherche herausgefunden, dass es bei WhatsApp keine Möglichkeit gibt, alte Nachrichten automatisch löschen zu lassen. Was du tun kannst, ist einzelne Chats oder in den Einstellungen auch alle Chats zu löschen. Wenn du einen Weg weist, wie man auf einfachen Weg nur alte Nachrichten löschen kann, dann schreib mir in die Kommentare.

Signal

Wenn du den freien und datenschutzfreundlichen Messenger Signal nutzt, kannst du mit einer einfachen Angabe in den Einstellungen alte Nachrichten automatisch löschen lassen. Dabei löscht Signal nicht anhand des Alters der Nachrichten, sondern anhand der Menge. Überschreitet eine einzelne Unterhaltung die Höchstgrenze, fliegt die älteste Nachricht raus. Die Funktion scheint damit eher mit dem Blick auf begrenzten Speicherplatz erschaffen worden zu sein.

Kürzen von Unterhaltungen in Signal

Dafür gehst du in den Einstellungen auf Unterhaltungen und Medieninhalte → Kürzen von Unterhaltungen und aktivierst die Option Alte Nachrichten löschen. Direkt darunter kannst du die Höchstzahl an Nachrichten je Unterhaltungen frei einstellen.

Threema

Speichermanagement in Threema

Der schweizer Messenger Threema verfolgt ein anderes Konzept als Signal. Aber auch hier scheint der Fokus auf begrenztem Speicher zu liegen. So heißt denn auch die Option, die man in den Einstellungen unter Medien & Speicher aufrufen muss, Speichermanagement. Dort kann man entweder nur Bilder und Dateien, aber auch Nachrichten, die älter als eine gewünschte Zeitspanne sind, löschen lassen. Im Gegensatz zu Signal geht das hier nicht automatisch, sondern immer nur manuell.

Cloud

Was liegt bei dir eigentlich so in der – Achtung: Buzzword! – Cloud herum? Also ganz konkret bei Diensten wie Dropbox, Google Drive oder iCloud. Schau dich doch mal um, was da an Daten so herumliegt und räume auf. Alles, was nicht unbedingt in die Cloud muss, kannst du entweder direkt löschen (auch den Papierkorb der Cloud leeren) oder auf deinem lokalen Gerät speichern. Und in Zukunft willst du deine Daten vielleicht verschlüsselt in die Cloud legen?

Ist da noch mehr?

Bestimmt hast du auch anderswo noch Daten liegen. Es schadet sicher auch nicht, deine lokalen Daten auf PC, Notebook und Smartphone hin und wieder aufzuräumen. Alles, was du nicht mehr brauchst, ab in den Papierkorb! Hast du noch Ideen, wo man hin und wieder sonst so aufräumen sollte, dann schreib mir in die Kommentare.

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